Aquarell "Bei der Toilette" von Wladimir von Zabotin

Größte zusammenhängende Werksammlung W. v. Zabotins mit über 300 Arbeiten aus dem Nachlass.

(aktueller Stand der fortlaufenden Inventarisierung)

SAMMLUNG EMMA ZABOTIN

Nach dem Tod von Wladimir von Zabotin am 23. November 1967 wurde sein künstlerischer Nachlass unter den Erben aufgeteilt. Der Großteil seiner Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Skizzen sowie die Rechte zur Verwaltung des Gesamtwerks gingen an seine Witwe Emma Zabotin (1897–1981). In den Folgejahren engagierte sie sich maßgeblich für die Bewahrung und öffentliche Anerkennung seines Schaffens – durch die Vermittlung von Werken an Museen und die Organisation zahlreicher Ausstellungen bis Ende der 1970er-Jahre.

Die aus ihrem Besitz hervorgegangene Sammlung Emma Zabotin umfasst Arbeiten, Dokumente, Fotografien und persönliche Gegenstände. Sie ist bis heute im Familienbesitz und stellt die umfangreichste erhaltene Sammlung von Werken W. v. Zabotins dar.

Die Sammlung widmet sich der Bewahrung, Erforschung und Sichtbarmachung von Leben und Werk Wladimir von Zabotins.

Zu ihren Zielen gehören die Inventarisierung und Sicherung der Bestände, die Erfassung bekannter Werke, die Vorbereitung weiterführender Forschungen bis hin zu einem künftigen Werkverzeichnis sowie die Recherche nach verschollenen Arbeiten. Zugleich versteht sie sich als zentrale Anlaufstelle für Museen, Kuratorinnen und Kuratoren, Forschende und weitere Interessierte.

Wir unterstützen bei Fragen rund um das Leben und Werk Zabotins – insbesondere bei Ausstellungs- oder Leihanfragen, wissenschaftlicher Forschung, Besitzverhältnissen sowie Bild-, Urheber- und Nutzungsrechten.

Kontaktieren Sie uns per E-Mail an info@wladimir-von-zabotin.org oder über die Kontaktseite dieser Webseite.

ZIELE

ENTSTEHUNG

o. T. (Gewandstudie) | 1909

Kreide, Deckweiß auf Karton, 56,5 x 42 cm

Studie aus der Zeichenklasse von Prof. Ernst Schurth (1848-1910) an der Kunstakademie Karlsruhe.

Ein übereinstimmendes Blatt von Karl Hubbuch belegt, dass beide in derselben Klasse arbeiteten.

o. T. (Studie) | 1916

Bleistift/Papier, 23,5 x 31 cm

Der Jüngste Tag | 1917

Öl/Leinwand, 149 x 118 cm

Großformatiges Werk und ein zentrales Bild der expressionistischen Phase. Es steht in Zusammenhang mit weiteren Arbeiten dieser Zeit und greift Motive von Untergang, Läuterung und Wiedergeburt auf. Neben dem christlichen Weltgericht verweist die Darstellung auch auf Friedrich Nietzsche, den Zabotin intensiv gelesen hatte.

Das Werk wurde vielfach ausgestellt und publiziert, teilweise unter dem Titel Die Stürzenden.

Akte im Wald | 1917

Aquarell, 50,5 x 70 cm

Vorstudie zu einem 1918 ausgeführten und heute verschollenen Gemälde.

o. T. (Drei weibl. Akte) | 1921

Aquarell, 61,5 x 47 cm

Vorstudie/Ausarbeitung zu der 1921 entstandenen Lithographie mit identischem Motiv.

Der Selbstmörder | 1921

Lithographie, 72 x 51,5 cm

Portrait Frau Kramer | 1930

Öl/Lw., 101 x 83 cm

Von Zabotin eingereicht zur Schau „Frau im Bilde“ des Badischen Kunstvereins 1932 (als „Bildnis Frau K.“ in der Exponatliste geführt). Die Juroren plädieren für den Ankauf des Gemäldes, der jedoch nicht erfolgte, da Zabotin bereits 1930 den Badischen Staatspreis erhalten hatte und eine Wiederverleihung an den gleichen Künstler frühestens nach 3-4 Jahren wieder erfolgen sollte.

Die genaue Identität der Portraitierten ist bislang ungeklärt.

New York City | 1946

Bleistift/Skizzenblock, 35 x 24,5 cm

1944 gelangte Zabotin nach der Befreiung aus italienischer Gefangenschaft mit seiner Familie über das Flüchtlingslager Fort Ontario in Oswego in die USA. Erst Anfang 1946 konnte er sich in New York niederlassen. Dort stand er, gesundheitlich geschwächt und nahezu mittellos, im Alter von über sechzig Jahren vor einem existenziellen Neubeginn. Die Straßenskizzen aus New York zeugen von einer ersten Annäherung an die fremde Welt der amerikanischen Metropole, in der sich Zabotin künstlerisch und persönlich neu orientieren musste.

Leben und Tod | 1951

Öl/Lw., 81 x 123 cm

Nur sehr wenige figürliche Ölgemälde Zabotins aus der Zeit nach der Flucht aus NS-Deutschland sind bislang bekannt. Sicher belegt sind lediglich ein Weibliches Bildnis um 1945 (nicht im Besitz der Sammlung) und das vorliegende Werk.

Ob weitere figürliche Arbeiten in Öl existieren – vermutlich, wenn überhaupt, in den USA – ist ungeklärt.

o. T. (Abstrakte Komposition) | 1959

Öl auf Lw., 90 x 123 cm

Großes organisch-abstraktes Gemälde außerhalb der Reihen N.Y. und K.A.. Das Werk verweist auf eine von Zabotin selbst bestätigte Affinität zur Kunst Arshile Gorkys (1905–1948), der 1925 in die Vereinigten Staaten emigrierte. Weitere Arbeiten dieser Gruppe sind sowohl in Öl als auch auf Papier erhalten.

Das Bild wurde in den 1960er und 1970er Jahren mehrfach ausgestellt und u. a. 1964 in der Zeitschrift das kunstwerk (Heft 10/1964) publiziert.

o. T. (Abstrakte Komposition) | 1957

Bleistift7Papier, 24 x 32 cm

Aus der späten Werkphase sind zahlreiche abstrakte Skizzen und Studien erhalten, sowohl in Bleistift als auch farbig.

Portraitstudie | 1960

Pastell/Papier, 48 x 63,5 cm

Eine von mehreren um 1960 entstanden Porträtstudien von Emma Zabotins Enkeltochter.

K. A. 35 | 1966/67

Öl/Leinwand, 125 x 166,5 cm

Vermutlich das letzte von Zabotin vollendete Gemälde. Die großformatige abstrakte Arbeit gehört zur Reihe K.A., deren Bezeichnung auf den Entstehungsort Karlsruhe verweist. Wie bereits bei der vorausgegangenen Reihe N.Y. sind auch hier nicht alle Nummern belegt. Es ist anzunehmen, dass sich einzelne der nicht erfassten Werke, möglicherweise unerkannt, in Privatsammlungen befinden.